Klima und Gerechtigkeit: Projektkiste

Im Rahmen des LAPs Nordsachsen (Lokale Aktionsplan) für mehr Toleranz
und Demokratie wurde dieses Projekt über die Folgen sowie die
Gerechtigkeit des Klimawandels gefördert. Das Projekt beinhaltete die
Vorbereitung sowie Zusammenstellung einer Kiste mit Projektbausteinen
sowie Material zum Thema Klimwandel und Klimagerechtigkeit. Als Teil der
Projektvorbereitung wurden zwei Themenabende durchgeführt, der erste mit
der Jugendumweltgruppe der Grünen Welle und der zweite mit einer Gruppe
von Erwachsenen. Beide Abende sind äußerest erfolgreich verlaufen und die
Teilnehmer haben hilfreiche Vorschläge für die Verbesserung des
Projektes gegeben.

Die Projektkiste ist für Schulklassen (ab 8. Klasse), Jugendgruppen,
kirchliche Gruppen (einschließlich Erwachsene) geeignet und bietet
zahlreiche Möglichkeiten dem Publikum dieses Thema näher zu bringen.

Die Projektkiste kann kostenlos ausgeliehen werden und damit können
Projekte oder Themenabende (über 2 bis 3 Stunden) sowie auch
Ganztagsprojekte zusammengestellt werden. Wir können Ihnen bei der
Zusammenstellung des Projektes helfen, falls Sie dabei eine
Projektbegleitung wünschen, müssen wir leider etwas Geld verlangen.

 

Leben im Plastikzeitalter

… so heißt ein aktuelles Projekt in der Ökostation Naundorf.

Die Neuntklässler der Oberschule Mügeln nahmen daran teil und wissen
von nun an, dass Plastik nicht nur Vorteile hat, sondern auch für uns
Menschen und Tiere erhebliche Risiken birgt. Dr. Harriet Herbst und
Caroline Gollchert, Leiterinnen des Projektes, erklärten den
Jugendlichen nicht nur die Wirkungen der Chemikalien Bisphenol A und
Phthalate, sondern auch den Zusammenhang zum Hormonsystem und die
Beeinflussung dessen.

Weiterhin konnten die Schüler und Schülerinnen auch selbst aktiv werden,
als es darum ging, verschiedene Kunststoffgegenstände einer
Recyclingcodeliste zuzuordnen. Dabei hat sich herausgestellt, dass
verschiedene Produkte unterschiedlich wirkende Eigenschaften aufweisen.
Ein Bestandteil des Projektes war aber auch das Müllproblem, dass meist
bei den Verbrauchern keine große Relevanz darstellt, da ein Produkt
einfach weggeschmissen wird, wenn dafür kein Bedarf mehr vorhanden ist. In
diesem Zusammenhang wurde das Bioplastik der Firma Novamont vorgestellt
und getestet, anschließen wurden die Vor- und Nachteilie von Bioplastik
diskutiert.

Auch wurden die Schüler gefragt, einmal selbst herauszufinden, in
welchen Bereichen des Lebens sie Plastikgegenstände nutzen.

Ein anderer Punkt des Projektes umfasste die Nachhaltigkeit bzw. die
Alternativen von Kunststoffen. Dazu zeigten die beiden Leiterinnen die
Alternative Bioplastik auf, welche auf Basis nachwachsender Rohstoffe
wie Kartoffel- oder Maisstärke entsteht. Viele Schüler waren durch den
Beitrag sehr zum Nachdenken angeregt, wobei die Meinungen stark
auseinander gingen. In einem Punkt waren sich jedoch alle einig: Man
sollte unsere Umwelt von Müll sauber halten und vorallem sorgsamer mit
unseren zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen.

Meinungen der Schüler:

"Ich fand das Projekt ziemlich interessant, nun weiß ich, dass Plastik
auch negative Seiten hat und ich werde in Zukunft auf meinen
Plastikverbrauch achten."

"Der Film regt zum Nachdenken an und war sehr informationsreich. Im
Projekt selbst konnte man seine Meinung sagen und es wurden mögliche
Auswege aufgezeigt."

"Es war ein sehr abwechslungsreiches Projekt, da nach den Filmsequenzen
unterschiedliche Aufgaben gestellt wurden, die in Gruppen gelöst werden
mussten. Mir hat es einen Denkanstoß gegeben und bewusst gemacht, dass
wir schonender mit unseren Ressourcen und unserer Umwelt in Zukunft
umgehen müssen."


Links zum Thema:

BUND Seite

Quarks und Co (WDR)

Plastic Planet



Vor genau 143 Jahren wurde der erste Kunststoff erfunden und mit ihm im
Laufe der Zeit alle formbaren Gegenstände, die daraus hergestellt wurden
und werden. Jährlich werden schätzungsweise 240 Millionen Tonnen Plastik
produziert. Das ist seit Beginn des Plastikzeitalters ist so viel Plastik entstanden, dass man die Erde damit sechsmal ummanteln könnte.

Das klingt viel, wenn man bedenkt, dass 3,68 Millionen Tonnen Plastik
pro Jahr allein an Verpackungsabfällen in den Müll geworfen werden. Und
was passiert dann damit?

Diese Abfälle gelangen auf Deponien oder Müllsortieranlagen – oder eben
über den einfachen Weg: sie werden in der freien Natur entsorgt. 6 Milliarden
Tonnen Plastikmüll gelangen durch unsere Flüsse in den Ozean. 100.000
Meeresschildkröten sterben jährlich an Plastikmüll, da dieser einfach
herzustellende Stoff sehr lange braucht, um zu verrotten. Plastik ist
nicht ungefährlich. Täglich nutzen wir Kunststoffe zum Essen, Trinken
und Atmen. Untersuchungen haben ergeben, dass wir kleinste
Plastikbestandteile im Blut besitzen. Die im Plastik enthaltenen
Giftstoffe verändern unser Erbgut, führen bei weitem öfter zu
Krankheiten wie Krebs, rufen Allergien hervor oder führen zu
Unfruchtbarkeit.

Man kann heute noch nicht sagen, welche Ausmaße dieser Vorgang einmal annehmen
wird.

Nur eins wissen wir, wir können den Prozess nicht stoppen, aber wir
können etwas dafür tun, dass wir umweltbewusst, nicht „plastikbewusst“
leben. Deswegen ist es von besonderer Wichtigkeit gerade der jungen
Generation das Wissen über Plastik, dessen Nutzung und die Problematik dessen
zu vermitteln, um sie zum Nachdenken und zum umweltbewussten Handeln
aufzufordern.